ALUMINIUMGRAPHIT ALS WERKSTOFF

Aluminiumgraphit – leichter als Metall, stärker als Graphit

Aluminiumgraphit (ALG) ist ein Metallmatrix-Verbundwerkstoff (MMC), der die thermischen Stärken von Graphit mit der mechanischen Bearbeitbarkeit und Robustheit von Aluminium verbindet. Das Ergebnis ist ein Werkstoff, der in der Leistungselektronik, der Mikro- und Optoelektronik sowie dem Back-End Processing konventionellen Alternativen wie Kupfer, CuW oder CuMo in allen entscheidenden Dimensionen überlegen ist: schnellere Wärmeübertragung, bessere CTE-Anpassung, deutlich geringeres Gewicht. 

Wann macht Aluminiumgraphit Sinn?

Aluminiumgraphit ist dann die richtige Wahl, wenn zumindest zwei der unten genannten Anforderungen gleichzeitig erfüllt werden müssen, die konventionelle Werkstoffe einzeln, aber nicht gemeinsam bieten: 

Wärme muss schnell und gleichmäßig abgeführt werden

Aluminiumgraphit überträgt Wärme schneller als Aluminium und Kupfer – wie eine vergleichende Heizkurve zeigt, erreicht ALG die Betriebstemperatur früher und verteilt sie gleichmäßiger über die Bauteilfläche.

Der Werkstoff muss sich thermisch ähnlich wie Halbleitermaterialien und Keramik-Substrate verhalten

Der CTE von Aluminiumgraphit ist gut auf die der häufig verwendeten Materialien in Elektronikbaugruppen abgestimmt. Kupfer dehnt sich dagegen deutlich stärker aus – und erzeugt bei jedem Temperaturwechsel Spannungen an den Verbindungsstellen, die langfristig zur Delaminierung führen.

Das Bauteil muss so leicht wie möglich sein

In der Dichte liegt der klarste Vorteil: Aluminiumgraphit wiegt weniger als 2,5 g/cm³ – Kupfer fast 9 g/cm³ und CuW sogar 15,6 g/cm³. Für alle gewichtskritischen Anwendungen ist das ein strategischer Vorteil. 

Baseplates, Interposer und Heatsinks – Wärme aus dem Halbleiter abführen

Aluminiumgraphit kommt überall dort zum Einsatz, wo Wärme aus einem Halbleiter schnellstmöglich und zuverlässig abgeführt werden muss – und wo gleichzeitig das thermische Ausdehnungsverhalten des Substrats zur Lebensdauer der gesamten Baugruppe beiträgt. Schunk Carbon Technology hat den Schwerpunkt dabei bewusst auf die Mikro- und Optoelektronik gesetzt: Leistungsverstärker, Umrichter, Laser und Hochfrequenzanwendungen, wo die technischen Anforderungen wesentlich strenger sind. Weitere Zielbranchen sind Aerospace und Telekommunikation. 

Baseplates

Aluminiumgraphit-Baseplates bilden die thermische Schnittstelle zwischen der Kühlstruktur und dem Halbleiter. Da der Halbleiter in der Regel nicht direkt auf die Baseplate, sondern über eine Keramik oder einen Interposer montiert wird, ist der CTE-Match hier weniger kritisch als bei direkter Halbleitermontage. Entscheidend sind die hohe Wärmeleitfähigkeit für schnelle Wärmeabfuhr sowie die mechanische Stabilität und Planheit über viele Temperaturzyklen. ALG2208 ist hier die bevorzugte Güte – sie bietet mit bis zu 220 W/m.K in x/y-Richtung die schnellste Wärmeübertragung und behält ihre Planheit auch nach vielen Löt- und Sinterzyklen. 

Interposer

Bei Interposern wird der Halbleiter direkt auf das Aluminiumgraphit-Bauteil montiert – ohne Keramik als Puffer dazwischen. Hier ist der CTE-Match zum Halbleitermaterial kritisch: Jede Differenz in der thermischen Ausdehnung erzeugt bei jedem Lastzyklus mechanische Spannungen an der Verbindungsstelle, die sich zur Thermo-Ermüdung akkumulieren. Aluminiumgraphit mit seinem auf Halbleitermaterialien abgestimmten CTE minimiert diese Spannungen und verlängert die Lebensdauer der Verbindung nachweislich – besonders relevant in Aerospace- und Hochfrequenzanwendungen, wo Bauteilversagen keine Option ist. 

Heatsinks

Aluminiumgraphit-Heatsinks kombinieren hohe Wärmeleitfähigkeit mit geringem Gewicht und einem CTE, der direkt auf das montierte Bauelement abgestimmt wird. Wie bei Interposern erfolgt die Halbleitermontage direkt – CTE-Anpassung ist daher ebenso kritisch. Besonders in mobilen Anwendungen wie der Luft- und Raumfahrt, Telekommunikation und portablen Hochleistungssystemen spielt die geringe Dichte von unter 2,5 g/cm³ eine entscheidende Rolle: Aluminiumgraphit-Heatsinks bieten eine thermische Performance, die Kupfer übertrifft – bei einem Bruchteil des Gewichts. 

Wovon können Sie profitieren?

 

Längere Modullebensdauer

In einer Vergleichsstudie zum Thermoschockverhalten (-40 °C bis +125 °C) zeigten Aluminiumgraphit-Grundplatten auch nach 2.000 Zyklen keinerlei Delaminierung. Kupfer-Grundplatten versagten nach 1.000 Zyklen. Für den Kunden bedeutet das: niedrigere Ausfallraten, weniger Garantiefälle, höheres Vertrauen in die eigenen Produkte.

Höherer Fertigungsdurchsatz

Als Lötvorrichtung eingesetzt überträgt Aluminiumgraphit Wärme schneller und gleichmäßiger als Aluminium oder Stahl – das verkürzt Prozesszeiten und erhöht den Durchsatz. Aluminiumgraphit-Jigs sind mechanisch robuster als Graphit und halten deutlich mehr Löt- und Sinterzyklen stand – was die Gesamtbetriebskosten senkt.

Gewichtsersparnis ohne Leistungseinbuße

Wo Kupfer eingesetzt wird, kann Aluminiumgraphit das Gewicht bei vergleichbarer oder besserer thermischer Performance erheblich reduzieren. Das ist in der Leistungselektronik von Elektrofahrzeugen genauso relevant wie in der Luft- und Raumfahrt oder in portablen Systemen.

Versorgungssicherheit

Schunk Carbon Technology kontrolliert die gesamte Lieferkette – vom Rohmaterial bis zum fertigen Bauteil. Kunden erhalten nicht nur einen Werkstoff, sondern einen Partner, der Qualität in jedem Prozessschritt sicherstellt.

Aluminiumgraphit

Die Materialgüten im Überblick

Aluminiumgraphit ist in verschiedenen Güten erhältlich, die je nach Anforderung an CTE, Wärmeleitfähigkeit und mechanische Eigenschaften ausgewählt werden. ALG1808 und ALG2007 eignen sich besonders als Jigs für die Positionierung und Ausrichtung von Komponenten – sie bieten höhere mechanische Festigkeit und Abriebsbeständigkeit. ALG2208 ist die bevorzugte Güte für Baseplates und thermische Substrate.

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Bearbeitbarkeit und Verarbeitung

Aluminiumgraphit lässt sich ohne teure Spezialwerkzeuge spanend bearbeiten. Komplexe Geometrien mit dünnen Stegen, Radien, Fasen, Bohrungen, Sockeln und Kavitäten sind mit engen Maßtoleranzen realisierbar. 

Hybridlösungen, die Aluminiumgraphit mit Metallkomponenten kombinieren, sind möglich – etwa wenn Bauteile mit unterschiedlichem Ausdehnungsverhalten gefügt werden sollen oder wenn zusätzlicher Druck im Fügeprozess benötigt wird. Data Matrix Codes für vollständige Rückverfolgbarkeit können aufgebracht werden. 

Ihre Vorteile mit Aluminiumgraphit von Schunk

  • Deutlich leichter als Kupfer (2,1–2,3 g/cm³ vs. 8,9 g/cm³) – bei vergleichbarer oder höherer Wärmeleitfähigkeit 
  • CTE gut abgestimmt auf Halbleitermaterialien und Keramik-Substrate 
  • Nachweislich: keine Delaminierung nach 2.000 Thermoschockzyklen; Kupfer versagt nach 1.000 
  • Einsatz als Baseplate, Interposer und Heatsink – mit CTE-Anpassung direkt auf das montierte Bauelement 
  • Schnellere Wärmeübertragung als konventionelle Materialien – höherer Fertigungsdurchsatz 
  • Drei Materialgüten für isotrop und anisotrop, je nach Anforderung 
  • Spanend bearbeitbar mit engen Toleranzen, auch bei komplexen Geometrien 
  • Hybridlösungen mit Metallkomponenten möglich 
  • Design-Engineering-Service und volle Lieferkettenkontrolle durch Schunk 
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Broschüre: Aluminium Graphite Composites
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Ideale Materialien für die Wärmeableitung in Elektronik und der Halbleiter-Backend-Verarbeitung

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Aluminium-Graphit-Lötvorrichtungen und -Haltevorrichtungen: Das Material der Wahl für eine höhere Produktionsausbeute
und einen höheren Durchsatz

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Leitfaden für die Materialauswahl: Aluminium Graphit

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