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Blogbeitrag

Seattle baut Ladeinfrastruktur für E-Busse aus – mit Pantographen von Schunk

Lesezeit: 3 Minute(n)
Datum: 27. Mai 2026
Mobilität

Seattle baut Ladeinfrastruktur für E-Busse aus – mit Pantographen von Schunk

Elektrische Busse gehören inzwischen in vielen Städten zum Alltag. Mit steigenden Fahrzeugzahlen wächst allerdings auch der Druck auf die Ladeinfrastruktur. Verkehrsunternehmen benötigen Systeme, die schnell laden, zuverlässig funktionieren und sich ohne aufwendige Anpassungen in bestehende Depotabläufe integrieren lassen. 

Genau daran arbeitet King County Metro in Seattle. Der Verkehrsbetrieb erweitert aktuell die Ladeinfrastruktur an seinem Tukwila Base Depot und installiert dafür 123 invertierte Pantographen von Schunk Transit Systems. 

Seattle baut Ladeinfrastruktur für E-Busse aus – mit Pantographen von Schunk

Mehr E-Busse bedeuten höhere Anforderungen im Depot

King County Metro betreibt rund 1.200 Busse im Großraum Seattle. Bereits heute gehören mehr als 300 batterieelektrische Fahrzeuge zur Flotte, hinzu kommen rund 1.100 Hybridbusse. 

Mit jeder zusätzlichen elektrischen Linie steigen auch die Anforderungen im Betrieb: 

  • mehr Ladezyklen  

  • höhere Energiebedarfe  

  • kürzere verfügbare Ladezeiten  

  • komplexere Abläufe im Depot  

Für Verkehrsunternehmen wird deshalb entscheidend, wie effizient sich Fahrzeuge zwischen zwei Einsätzen laden lassen.

Opportunity Charging reduziert Standzeiten

In Seattle setzt King County Metro auf sogenanntes Opportunity Charging. Dabei werden Fahrzeugbatterien während kurzer Standzeiten geladen – etwa im Depot oder an Haltepunkten entlang der Strecke. 

Zum Einsatz kommen Pantographen der Baureihe SLS 201 von Schunk Transit Systems. Anders als dachmontierte Systeme befinden sich diese Pantographen direkt in der Ladeinfrastruktur. 

Der Ablauf funktioniert vollautomatisch: 

  • Der Pantograph fährt von oben auf das Fahrzeugdach  

  • Dort verbindet er sich mit den High Power Charge Rails (HPC Rails)  

  • Anschließend wird Gleichstrom direkt an die Batterie übertragen  

Das System ist auf hohe Ladeleistungen ausgelegt. Dadurch lassen sich E-Busse innerhalb weniger Minuten nachladen, ohne lange Standzeiten im Betrieb zu verursachen. 

Entwickelt für den täglichen Betrieb

Ladeinfrastruktur im öffentlichen Nahverkehr muss unter unterschiedlichsten Bedingungen zuverlässig funktionieren. Dazu gehören wechselnde Wetterverhältnisse, Feuchtigkeit, verschiedene Fahrzeughöhen und leichte Bewegungen während des Ladevorgangs. 

Die Technologie wurde in Seattle bereits vor dem aktuellen Ausbauprojekt im laufenden Betrieb getestet. Sechs SLS 201 Pantographen waren dort unter realen Bedingungen im Einsatz. Selbst bei hoher Luftfeuchtigkeit oder leichten Fahrzeugbewegungen blieb die Stromübertragung stabil. 

Möglich wird das durch ein federbasiertes Kontaktsystem. Vier getrennte Ladepunkte auf dem Fahrzeugdach sorgen dafür, dass der Pantograph Bewegungen automatisch ausgleichen kann und die Verbindung konstant bleibt. 

Zusätzlich reduziert die mechanische Kontaktführung den Verschleiß an Pantograph und HPC Rails. 

Flexible Ladeinfrastruktur für gemischte Flotten

Gerade große Verkehrsbetriebe arbeiten selten mit nur einem Fahrzeugtyp. Unterschiedliche Hersteller und Fahrzeughöhen gehören zum Alltag vieler Busdepots. 

Die SLS 201 Pantographen verfügen deshalb über einen großen Arbeitsbereich. Das System kann Höhenunterschiede von bis zu 1.600 Millimetern ausgleichen und verteilt die Kontaktkraft gleichmäßig auf alle vier Kontaktpunkte. 

Für Betreiber bringt das mehrere Vorteile: 

  • höhere Flexibilität bei gemischten Flotten  

  • weniger Anpassungsaufwand im Depot  

  • einfachere Skalierung der Ladeinfrastruktur  

Produktion in den USA erfüllt Buy-America-Anforderungen

King County Metro entschied sich auch deshalb für Schunk Transit Systems, weil die Systeme die „Buy America“-Vorgaben erfüllen. Die Pantographen werden im Schunk-Standort in Wisconsin gefertigt und nach US-Standards zertifiziert, darunter UL und ETL. 

Zum Projekt gehören außerdem: 

  • Unterstützung bei der Inbetriebnahme  

  • technische Schulungen  

  • Wartungsbegleitung  

Ladeinfrastruktur wird zum Schlüsselfaktor für elektrische Busflotten

Mit dem Ausbau elektrischer Busflotten verändert sich nicht nur die Fahrzeugtechnik, sondern auch der Betrieb in Depots und Werkstätten. Ohne leistungsfähige Ladeinfrastruktur lassen sich große E-Bus-Flotten kaum effizient betreiben. 

Automatisierte Schnellladesysteme gewinnen deshalb zunehmend an Bedeutung – sowohl im Depot als auch entlang stark frequentierter Linien. 

Schunk Transit Systems liefert entsprechende Systeme bereits in zahlreichen nordamerikanischen Städten, darunter New York, Boston, Chicago, Toronto und Vancouver. 

Interessiert an weiteren Informationen?

Hier finden Sie alle relevanten Broschüren, technischen Dokumente und Produktinformationen zum Schunk SLS 201.

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