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Ladesystem für Busse überzeugt auch bei Minenfahrzeugen mit hoher Effizienz und niedrigeren Kosten
Saubere Arbeit dank Elektroantrieb
Lesezeit: 2 Minute(n)
Datum: 17. August 2020
Mobilität
Maschinenbau

Timo Staubach im Interview: Smart Charging bei Minenfahrzeugen

Als Ladelösung für Elektrobusse setzte Schunk Smart Charging bereits in der Vergangenheit neue Maßstäbe. Jetzt wird das System auch für das automatisierte Laden von batteriebetriebenen Minenfahrzeugen mit Erfolg erprobt. Produktmanager Timo Staubach erklärt die Hintergründe dieses weltweit einzigartigen Pilotprojekts.

Timo Staubach im Interview: Smart Charging bei Minenfahrzeugen

Interview

Herr Staubach, gerade erst kommt die Elektromobilität auf den Straßen allmählich ins Rollen, da erweitern Sie das Anwendungsfeld Ihres Ladesystems auf Minenfahrzeuge. Welche Vorteile bietet Schunk Smart Charging in diesem Bereich?

 

Timo Staubach: Uns war von Anfang an bewusst, dass unsere Ladelösung Schunk Smart Charging weitere Einsatzmöglichkeiten bietet als nur den öffentlichen Nahverkehr. Batteriebetriebene Fahrzeuge in Häfen und Minen bieten sich für das System geradezu an – auch hier operieren die Fahrzeuge auf festen Routen innerhalb eines begrenzten Gebiets. Und auch hier können durch den Einsatz des Elektroantriebs große Mengen an Schadstoffen vermieden und Treibstoffkosten drastisch gesenkt werden. Fahren und laden die Fahrzeuge darüber hinaus auch noch autonom – wie in unserem Pilotprojekt mit VOLVO CE – dann sinken auch die Personalkosten erheblich.

 

Wo genau kam Schunk Smart Charging zum Einsatz?

 

Timo Staubach: Das Demonstrationsprojekt stand unter dem Motto „The Electric Site“ und hatte zum Ziel, eine Kies-Mine in der Nähe von Göteborg weitestgehend zu elektrifizieren und zu automatisieren. VOLVO CE arbeitete mit weiteren Unternehmen und Universitäten bereits seit 2011 an diesem Projekt. Schunk Smart Charging kommt beim Laden der batteriebetriebenen Transportfahrzeuge zum Einsatz. Diese transportieren in der Mine das Gestein, fahren per GPS-Steuerung völlig autonom und werden auch automatisch an ihrer Ladestation im laufenden Betrieb geladen.

 

Bei Elektrobussen sitzen Pantograph oder Gegenstück auf dem Dach. Mussten Sie für die Minenfahrzeuge eine andere Lösung finden?

 

Timo Staubach: Wir haben das Ladegegenstück im Unterboden der Fahrzeuge verbaut, wo es ausreichend geschützt ist. Positioniert sich das Fahrzeug an der Ladestation, fährt dort der Pantograph aus dem Boden nach oben und verbindet sich mit dem Gegenstück. Die Batterien des Fahrzeugs werden dann mit rund 200 Ampere in nur fünf Minuten geladen.

 

War das Projekt ein Erfolg?

 

Timo Staubach: Voll und ganz! 50 Prozent höhere Effizienz beim Treibstoffeinsatz, 40 Prozent niedrigere Betriebskosten, um 70 Prozent gesunkene Energiekosten sowie eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 98 Prozent – das sind beeindruckende Ergebnisse. Der 12-wöchige Demobetrieb hat ganz klar gezeigt, dass der Elektroantrieb in Verbindung mit automatisiertem Schnellladen auch unter extremen Bedingungen und hohen Sicherheitsanforderungen die Technologie der Zukunft sein kann.

 


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(Bild unten: Der erste Zug der Island Line Class 484 kommt am Wightlinks Fishbourne Fährterminal an, © James123pilbeam, Lizenz.)

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